Der Ostersonntag endete in Thierhaupten auch in diesem Jahr nicht leise, sondern mit einem Konzertabend, der noch lange nachklingen wird. Im voll besetzten Herzog-Tassilo-Saal zeigte der Musikverein Thierhaupten mit Jugendkapelle und Konzertorchester eindrucksvoll, wie vielseitig, ausdrucksstark und mitreißend Blasmusik sein kann – von schwungvoller Filmmusik über klanggewaltige Programmmusik bis hin zu kraftvollen Zugaben.

Den ersten Teil des Abends gestaltete die Jugendkapelle unter der Leitung von Florian Kriner. Schon mit dem Auftaktstück, der „The Police Academy March“ aus der bekannten Filmreihe Police Academy, war die Aufmerksamkeit des Publikums sofort gewonnen. Zur Eröffnung marschierten die Schlagzeuger durch den Saal und sorgten damit gleich zu Beginn für einen besonderen Effekt, bevor das markante Trompetensolo dem Stück seinen unverwechselbaren Charakter verlieh und einen schwungvollen, unterhaltsamen Einstieg in den Konzertabend setzte.

Nach diesem augenzwinkernden Auftakt schlug die Jugendkapelle mit „Sahara“ ganz andere Töne an. Das Werk entführte die Zuhörerinnen und Zuhörer in eine Klangwelt voller Gegensätze – zwischen Weite und Ruhe, aber auch Kraft, Spannung und überwältigender Intensität. Gerade dieser Wechsel zwischen stillen und eindringlichen Momenten machte den besonderen Reiz des Stückes aus und zeigte bereits früh, wie facettenreich das Programm des Abends angelegt war.

Mit „My Dream“ wurde es anschließend persönlicher und gefühlvoller. Die Musik ließ Raum für eigene Gedanken, Erinnerungen und Bilder und brachte damit eine ruhige, beinahe schwebende Stimmung in den Saal. Besonders eindrucksvoll waren dabei die mehreren Solistinnen und Solisten, die dem Werk eine besondere Farbe verliehen und für ihre gelungenen Einsätze im Anschluss mit großem Beifall aus dem Publikum belohnt wurden.

Zum Ende ihres Programms zeigte die Jugendkapelle mit „Baba’s Regga-Rock“ noch einmal ihre lockere, rhythmische und unbeschwerte Seite. Die Freude am gemeinsamen Musizieren war dabei deutlich zu spüren und übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. Mit der Zugabe „Sogno di Volare“ gelang schließlich ein ebenso klangvoller wie emotionaler Abschluss des ersten Konzertteils.

Nach der Pause übernahm das Konzertorchester unter der Leitung von Andreas Glatzmaier die Bühne und setzte den Abend mit neuer Klangfarbe, aber derselben musikalischen Intensität fort. Schon der Auftakt mit „The Magnificent Seven“, einem markanten und mitreißenden Marsch, brachte sofort Energie in den Saal und eröffnete den zweiten Konzertteil mit großer Präsenz.

Im Anschluss daran zeigte „The Wind in the Willows“ eine ganz andere, erzählerische Seite des Konzertorchesters. Begleitet wurde das Werk von Erzähler Simon Dietsche, der die Geschichte lebendig werden ließ und der Musik zusätzliche Tiefe verlieh. So entstand eine stimmungsvolle Verbindung aus Wort und Klang, die das Publikum in eine Welt voller Charaktere, Freundschaft, Abenteuer und Heimatgefühl mitnahm.

Mit „Noah’s Ark“ wurde der erzählerische Faden eindrucksvoll weitergesponnen. Die musikalische Darstellung von Arche, Sintflut und Neuanfang spannte einen Bogen zwischen Bedrohung, Hoffnung und Aufbruch und schuf dabei kraftvolle Klangbilder. Direkt daran anknüpfend entfaltete „Hypnotic Memories“ eine moderne, spannungsgeladene und energiegeladene Klangsprache. Das Werk beeindruckte mit rhythmischer Raffinesse, musikalischer Wucht und großer Dynamik und zog die Zuhörerinnen und Zuhörer spürbar in seinen Bann.

Den Abschluss des offiziellen Programms bildete die „Greek Folk Song Suite“, die noch einmal die ganze Bandbreite des Orchesters hörbar machte. Tänzerische Lebendigkeit, ruhige und atmosphärische Passagen sowie ein temperamentvoller Schlussteil sorgten für einen farbenreichen und wirkungsvollen Ausklang. Damit fand das Konzertprogramm einen Abschluss, der die stilistische Vielfalt des gesamten Abends noch einmal eindrucksvoll bündelte.

Mit viel Charme und Gespür führten Jessica Büchler und Johanna Fink durch das Programm. Ihre Moderation verband die einzelnen Werke nicht nur inhaltlich miteinander, sondern schuf auch immer wieder Nähe zum Publikum. Gerade dadurch wirkte der Abend nicht wie eine lose Folge einzelner Stücke, sondern wie ein stimmig aufgebautes und gemeinsam erlebtes Konzert.

Der langanhaltende Applaus am Ende zeigte deutlich, wie sehr der Abend das Publikum berührt hatte. Mit den Zugaben „Serenade“ und „Canto“ setzte das Konzertorchester schließlich noch einmal besondere Akzente. Vor allem „Canto“ sorgte für einen fulminanten Schlusspunkt: Die kraftvolle und laute Zugabe entfaltete noch einmal enorme Energie, während die Schlagzeuger in traditionell japanischer Kleidung auch optisch für einen außergewöhnlichen Höhepunkt sorgten. So endete das Osterkonzert 2026 mit einem Finale, das sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Mit dem diesjährigen Osterkonzert hat der Musikverein Thierhaupten einmal mehr gezeigt, wie lebendig und berührend gemeinsames Musizieren sein kann. Der Abend verband musikalische Qualität mit spürbarer Leidenschaft, erzählerischer Tiefe und vielen besonderen Momenten – und machte genau damit das, was ein gelungenes Konzert auszeichnet: Er klang nicht einfach aus, sondern nach.