Am vergangenen Sonntag stand Thierhaupten ganz im Zeichen seines ältesten Wahrzeichens: Das Benediktinerkloster, seit stolzen 1275 Jahren Herzstück des Ortes, wurde feierlich geehrt – mit Gästen aus Kirche, Politik und Kultur.

Im festlich geschmückten Kapitelsaal eröffnete Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner den Festakt mit eindrucksvollen Worten über die bleibende Bedeutung der Klöster. „Ihr Kloster strahlt eine greifbare, fantastische Stimmung auf mich aus“, sagte sie und betonte die Rolle solcher Orte als Quellen von Ruhe, Bildung und Zusammenhalt.

Auch Abt Nikodemus Claudius Schnabel aus Jerusalem fand bewegende Worte. Zusammen mit Abt Theodor Hausmann und Pfarrer Werner Ehnle feierte er das Pontifikalamt in der ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul und bezeichnete das Kloster als „Seele Thierhauptens“. Seine Predigt verband die Geschichte des Ortes mit der Mahnung, in schwierigen Zeiten Hoffnung zu bewahren.

Unter den rund 150 Gästen waren neben Ilse Aigner auch Prinz Karl von Bayern mit Prinzessin Zugey, Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz, Vertreter aus der Ukraine sowie die Partnergemeinde Anzefahr. Bürgermeister Anton Brugger hob in seiner Begrüßung hervor, dass Klöster seit jeher kulturelle und geistige Impulsgeber der Region seien.

Ein Höhepunkt des Jubiläums war die neue Ausstellung des Freundeskreises Kloster Thierhaupten, die unter Leitung von Peter Schwenk entstanden ist. Neben historischen Dokumenten und Bildern ist dort auch eine detailgetreue Nachbildung des berühmten Tassilo-Kelchs von 781 zu sehen – ein beeindruckendes Symbol der langen Klostergeschichte.

Trotz des stürmischen Wetters und der kurzfristigen Verlegung des Empfangs herrschte festliche Stimmung. Musik, Gespräche und Begegnungen machten deutlich, was viele Gäste spürten: Das Kloster ist mehr als nur ein Denkmal – es ist lebendige Geschichte und Mittelpunkt des Gemeindelebens.

Livestream aus dem Kapitelsaal

Der Musikverein Thierhaupten übernahm im Auftrag der Marktgemeinde den Livestream der Festveranstaltung im Kapitelsaal. So konnten auch zahlreiche Interessierte außerhalb des Saals die Feierstunde miterleben und Teil dieses besonderen Jubiläums werden.