Der langjährige Dirigent Hans Kaiser hört auf und wird zum Ehrendirigenten ernannt

Was schon zur Jubiläumsfestwoche anklang, ist jetzt offiziell: Hans Kaiser, Aushängeschild und langjähriger Dirigent der Original d’Lechtaler Musikanten, verabschiedete sich im Rahmen der Weihnachtsfeier und wurde gleichzeitig zum Ehrendirigenten ernannt. Stimmungsvoller hätte der Rahmen kaum sein können: Nach der Eröffnung durch die Jungbläser hörten die zahlreichen Gäste im Tassilosaal eine von Elisabeth Michels vorgetragene Weihnachtsgeschichte. Den musikalischen Mittelabschnitt bestritt die Jugendkapelle, wobei Bezirksvorsitzende Angela Ehinger und Vorsitzender Markus Birkner die Urkunden und Leistungsabzeichen für die absolvierten D-Prüfungen übergaben.Weihnachtsfeier 2016

Als anschließend die Original d’Lechtaler Musikanten die Bühne übernahmen, war deren Dirigenten Hans Kaiser anzumerken, dass es diesmal ein ganz besonderer Auftritt für ihn war. In der gewohnten, an Ernst Mosch erinnernden Weise dirigierte er unter anderem die extra einstudierte Teruska Polka, ehe Markus Birkner ans Mikrofon trat und Hans Kaiser und dessen Verdienste lobte. Seit seinem Zuzug nach Thierhaupten ist der blasmusikbesessene „Kaiser-Hansl“ ein fester Bestandteil des Vereins und seit 1998 nicht nur Dirigent der Original d’Lechtaler Musikanten, sondern auch deren Gesicht.

Seine Art, die böhmische Blasmusik zu interpretieren und die quasi nebenher laufenden Aktivitäten in weiteren Musikgruppen als Sänger und Schlagzeuger und auch als Hochzeitslader, machten ihn in allen Gassen bekannt. „Wir wissen schon, wie er die ausgewählten Stücke gespielt haben will. Da steht manches nicht in den Noten, aber ein kleiner Fingerzeig oder ein Wackler mit der Hüfte genügen“, schilderte Markus Birkner die über die Jahre gewachsene Verbindung der Lechtaler Musikanten zum Mann am Pult. Zusammen mit seinem Stellvertreter Andreas Kiss ernannte Birkner Hans Kaiser zum Ehrendirigenten der Original d’Lechtaler Musikanten.

Ebenso wichtig sei für den Verein seine stets hinter den Kulissen agierende Gattin Anneliese, bei der sich Birkner mit einem Blumenstrauß bedankte. Der Geehrte war sichtlich gerührt und dirigierte zum Abschluss der Weihnachtsfeier den Gemeinschaftschor aus Jungbläsern, Jugendkapelle und Lechtaler Musikanten.

Wer die Nachfolge von Hans Kaiser antritt, ist offiziell noch nicht bekannt.

 

Quelle: Augsburger Allgemeine

Musikverein Thierhaupten und seine Gäste geben ihr Bestes und spenden

Der Musikverein Thierhaupten war Gastgeber eines gelungenen Abends. Er hatte zum „Aufspuin beim Wirt“ in die Herzog-Tassilo-Stub’n eingeladen. Im Wechsel gaben die Akteure ihr Können zum Besten und boten kurzweilige Unterhaltung. Ein Heimspiel hatte „Überzwerch“, eine Gruppierung des Veranstalters. Deren Repertoire besteht überwiegend aus typisch bayerischem Liedgut, teils von handschriftlich überlieferten Melodien. Die Gruppe „Lechblech“ gab an diesem Abend ihr Debüt. Sie besteht aus sechs Meitinger Musikanten, die sich zum gemeinsamen Proben getroffen hatten. Die Mühen haben sich gelohnt, und die Musikanten wurden mit viel Beifall belohnt.Aufspuin2016

Mit Gitarre und der Steirischen waren „Dia zwoa Boarischen“ aus Aindling mit am Start. Mit einer ordentlichen Portion Humor heizten die beiden die ohnehin schon warme Wirtsstube ein. Martin Gastl mit seinem Akkordeon und altbekannten Volksliedern durfte natürlich auch nicht im Programm fehlen und wie jedes Jahr haben alle Gäste fleißig mitgesungen. Jede schwungvolle Darbietung wurde von Annelie Hammerl auf ihrer Harfe abgerundet. Das Publikum hielt bei den klaren Klängen inne, und es war dann ganz still im Raum.

Auch in diesem Jahr wird der vom Publikum freiwillig gespendete Betrag einem guten Zweck zugeführt. Die Akteure verzichten dazu auf ihre Gage. Die Summe solle als Ablösebetrag für das alte Neukirchner Feuerwehrauto verwendet werden, so Moderator Bernhard Kiss. Das Fahrzeug konnte bereits im September seinem neuen Bestimmungsort in einem kleinen Dorf in Rumänien übergeben werden. Dort kann es trotz des hohen Alters noch lange seinen Dienst als Feuerwehrauto tun

Quelle: Augsburger Allgemeine 

 

Warum die Gruppe Überzwerch aus Thierhaupten mit einem ausrangierten Feuerwehrauto eine Reise nach Rumänien antritt und dort noch zünftig aufspielt.

Es war eine Last-Minute-Reise der etwas anderen Art. Das wird bei der Erzählung von Andreas Kiss ganz deutlich, denn der Musiker berichtet von einer 20-stündigen Autofahrt, die einfach nur anstrengend gewesen sei - und in nur eineinhalb Wochen vorbereitet wurde. In zwei Fahrzeugen – dem alten Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen und einem zweiten Wagen – kurvten neun Musiker aus Thierhaupten und Ion Simon nach Rumänien. Gemeinsam lieferten sie so direkt vor Ort das ausrangierte Feuerwehr-Fahrzeug ab.Feuerwehrauto Rumaenien

So kam es dazu: Nachdem die Freiwillige Feuerwehr Neukirchen ein neues Löschfahrzeug bekommen hatte, suchte der Marktgemeinderat nach einer Verwendung für das ausgediente Feuerwehrauto. Der aus Rumänien stammende Gemeindemitarbeiter, Ion Simon, brachte die Idee auf, das Auto der Feuerwehr im Geburtsort seiner Frau, in Botiza (Rumänien), zu spenden. Die reiselustige Gruppe „Überzwerch“ der Thierhauptener Musiker entschloss sich kurzerhand, das Fahrzeug dorthin zu bringen. Die erste gemeinsame Tour war es für die Musiker nicht. Sie waren bereits an einer Hochschule in Serbien zu Gast und mit der Tschernobyl-Hilfe in Weißrussland. Dieses Mal sollte es also in den Norden Rumäniens gehen, nach Botiza. An einem Mittwochnachmittag gegen 14 Uhr startete die Gruppe. Mit von der Partie waren Teresa und Andreas Kiss, Martina, Magdalena und Franz Hölzl, Janina Scherbinski, Christian Schuster, Michael und Walli Sedlmeyr sowie Ion Simon. Zwei Klarinetten, zwei Trompeten, ein Bassflügelhorn, eine Posaune und ein Baritonhorn wurden mit samt dem Gepäck der Mitreisenden im alten Löschfahrzeug verstaut.

Nach 20 Stunden Fahrt und rund 1300 Kilometer später erreichte die Truppe das Ziel: Botiza. Die Fahrt war anstrengend und mit einem kleinen Hindernis versehen. „Die Tank-Anzeige des Feuerwehrautos war defekt“, erinnert sich Andreas Kiss lachend. Die Gruppe war gerade von der ungarischen Autobahn abgefahren und befand sich nur noch unweit von der rumänischen Grenze entfernt, als das Fahrzeug stehen blieb. Die nächste Tankstelle war indes nicht weit, sodass der technische Defekt nicht weiter dramatisch war. In Botiza wurden sie von Bürgermeister Florea Poienar herzlich begrüßt. Doch nicht nur er hieß die deutschen Musiker willkommen. „Wir wurden von allen mit offenen Armen empfangen“, verrät Andreas Kiss und gerät über das leckere Essen fast schon ins Schwärmen. Übernachten konnten sie im Pfarrhaus des Orts, das ohnehin gerade leer stand. Auf dem zweitägigen Folklorefestival, das zur gleichen Zeit in der Ortschaft stattfand, kamen dann auch die Instrumente der Musiker zu ihrem Einsatz. Die unterschiedlichen Musikrichtungen waren für beide Seiten „ungewöhnlich“, berichtet Andreas Kiss. Typisch rumänisch sei der Einsatz von Geigen und der landestypische Gesang.

Die Thierhauptener Musiker entgegneten bei ihrem Auftritt mit typisch bayerischer Musik – und ernteten auch dafür Applaus. Schon während des Auftritts klatschten die Bürger Botizas eifrig mit. Am Montag traten die Thierhauptener dann die Rückreise an. Während zwei Mitreisende zurückgeflogen sind, quetschte sich der Rest samt Gepäck und Instrumenten in nur ein Fahrzeug und trat so die Heimreise an.

Termin: Wer diese Last-Minute-Aktion des Musikvereins (nachträglich) unterstützen möchte, kann dies mit einem Besuch beim „Aufspielen beim Wirt“ tun. Dieses findet am Samstag, 12. November, beim Klosterwirt in Thierhaupten statt. Die Spenden, die dabei eingesammelt werden, kommen dieser Aktion zugute.

 

Quelle: Augsburger Allgemeine

Wenn 70 Musiker, fünf Lieder und drei Juroren über ein Dirigentenleben entscheiden

Die Anspannung war groß auf dem Examenskonzert von Dirigentin Jasmin Zimmer an der Thierhauptener Mittelschule. Die Turnhalle wurde zum großen Prüfungssaal. Seit zwei Jahren leitet Zimmer das Gesamtorchester des Thierhauptener Musikvereins. Mit dem Examenskonzert beendete die 35-Jährige ihren Bachelorabschluss in dem Fach Musik mit dem Studienprofil Blasorchesterleitung.

Um die Abschlussprüfung zu bestehen, musste Zimmer die dreiköpfige Jury aus Prof. Dr. Maurice Hamers, Thomas Ludescher und Lothar Uth überzeugen. Vier bekannte Lieder sowie ein unbekanntes Stück musste das Orchester unter Zimmers Leitung spielen. Die 70 Musiker, größtenteils aus Mitglieder des Thierhauptener Musikvereins, hatten dafür mehrmals eigens geprobt. Das Dirigieren sowie das vorhergegangene Einüben von drei bekannten Liedern waren für das Fach Dirigat notwendig. Für die Prüfung im Fach Instrumentation spielte das Orchester das ebenfalls einstudierte Stück „A Somerset Rhapsody“. Das Werk von Gustav Holst war ursprünglich für ein Sinfonieorchester komponiert, weshalb Zimmer die Noten zunächst für das Blasmusikensemble übersetzen musste. Knapp zwei Wochen habe sie allein für das Umschreiben benötigt, erinnerte sich die Bachelorandin.Pruefung

Der letzte Prüfungsteil verlangte erneut viel von dem Orchester und der Dirigentin ab. Bei der sogenannten Lehrprobe wurde den Musikern ein vollkommen unbekanntes Stück vorgelegt. Die Dirigentin hatte dabei die schwere Aufgabe, das Orchester an das neue Musikstück heranzuführen.

Um die Leistung der Kandidatin bei dieser Prüfungsaufgabe noch besser beurteilen zu können, mischte sich die Jury sogar unter das Orchester. Takt für Takt kämpfte sich Zimmer gemeinsam mit den Musikern durch die Aufgabe. Hochkonzentriert und mit viel Geduld erklärte die Dirigentin, worauf es in dem neuen Stück besonders ankomme. Immer wieder forderte sie dabei die einzelnen Register auf, die schwierigen Stellen nochmals zu wiederholen.

Nach einer halbstündigen Beratung verkündeten die Juroren das Ergebnis. Jasmin Zimmer überzeugte und bestand die Bachelorprüfung mit den Noten gut und sehr gut. Ein Dirigent müsse an die Erinnerungen der Zuhörer anknüpfen, und die Musik zum Leben erwecken, sagte Prof. Dr. Maurice Hamers vom Leopold-Mozart-Zentrum in Augsburg. „Es war ein fantastisches Erlebnis,“ fasste der Bachelor-Betreuer das Abschlusskonzert seiner Studentin zusammen.

Besonders seien an der Absolventin und ihrer Arbeitsweise, dass sie die Philosophie der Fakultät, das Musizieren mit Herz und Seele, vorbildlich vereine. Ob sie an den Bachelor auch einen Master anhängen wird, ist noch nicht sicher. Den Thierhauptener Musikverein werde sie aber auch nach dem Abschluss als Dirigentin weiterhin anführen, versprach Jasmin Zimmer.

 

Quelle: Augsburger Allgemeine

 

 

Es mussten noch zusätzliche Stühle geholt werden, so groß war der Andrang der Zuhörer zum Osterkonzert des Musikvereins Thierhaupten.Osterkonzert 2016

Trotz des frühen Osterfestes im Jahr spielte das Orchester ein anspruchsvolles Programm. Dies war Ergebnis einer intensiven Probenphase mit Dirigentin Jasmin Zimmer. Im ersten Konzertteil gab das Orchester nach „The Golden Year“ von Alfred Reed als Einleitung drei Stücke der Oberstufe zum Besten. Dem Zuhörer wurde volle Konzentration abverlangt bei „Legend“ von Paul Creston, einem Lied über den Umgang mit dem Tod. Weiter ging es mit der „Second Suite in F“ von Gustav Holst. Gleich vier Sätze umfasste das Stück, bei dem jede Instrumentengruppe einmal in den Vordergrund treten konnte.

Zu „Cobra“ von Jan Bosveld wurden zu jedem Satz die Gemälde der gleichnamigen Künstlervereinigung aus den 60er-Jahren an die Wand projiziert. Es geht dabei um die Revolution der Malerei – von klaren Strukturen zu moderner Kunst. Anja Gastl erläuterte die Bedeutung der einzelnen Bilder und Musikstücke in ihren Ansagen, wie auch alle anderen Stücke.

Die musikalische Geschichte des „Robinson Crusoe“ von Bert Appermont machte den Beginn der zweiten Runde. Darauf folgte das Arrangement „The Jungle Book“ von John Moss. Viele der Melodien waren den Zuhörern bekannt aus der berühmten Walt-Disney-Produktion.

Mit „Annie’s Trumpet Dream“ von Christoph Walter zeigte das gesamte Trompetenregister kraftvoll sein Können. Auch das nächste Stück – „Tanz der Vampire“ von Jim Steinman – traf den Geschmack des Publikums. Das Orchester lief zur Höchstform auf und präsentierte zum Abschluss die bekannteste Komposition von Julius Fucik, den „Florentiner Marsch“

Quelle: Augsburger Allgemeine